Mein Lieblingsmalmotiv

„Meine Kirche“

Ein allseits bekanntes Motiv ist der Marktplatz Obernkirchen mit Blick auf die Stiftskirche. Es erscheint auf allen Werbeblättern und Ansichtskarten der Bergstadt.

Ich habe zu dieser Kirche eine besondere Beziehung, nicht nur weil ich in ihr getauft, konfirmiert und getraut wurde, sondern weil ich, so lange ich in meinem Geburtsort
Gelldorf wohnte, von meinem Wohnhaus aus immer den Blick auf diese Kirche hatte.

Irgendwann fing ich an diese Kirche zu zeichnen und zu malen, musste aber feststellen, dass die beiden Türme eine äußerst schwierige Perspektive haben. Nach unendlichen Fehlversuchen ist es mir 1992 erstmalig gelungen die Kirche so zu malen, dass die Türme „optisch“ nicht umkippten.

Es blieb nicht bei diesem einen Bild.
Ich habe die Kirche immer und immer wieder gemalt in Hochformat oder Querformat, und viele dieser gemalten Kirchenbilder haben auch ihren Abnehmer gefunden.

Als ich mich mit der Malweise von Lyonel Feininger beschäftigte, kam mir die Idee „meine Stiftskirche“ auch in der Feininger-Art zu „zerstückeln“ (Herr Feininger möge mir diesen Ausdruck verzeihen)

Ich habe das gleiche Motiv dann in verschiedenen Techniken gemalt. Mal als Aquarell, dann in Pastell, in Mischtechnik und Sgraffito und auch als Bleistiftzeichnung.

Lyonel Feininger hat auch immer und immer wieder Kirchen gemalt und gezeichnet. Kirchen sind für mich phantastische Bauten. Sie üben auf mich einen gewissen Reiz aus.
Wo immer ich auch hinfahre, die Kirche im Ort zu besichtigen, zu fotografieren und eventuell sogar zu malen ist ein absolutes Muss für mich.

 

 

mal so – mal so

Weitere Kirchenbilder finden Sie in meiner flickr-Galerie. Schau´n Sie mal rein!

Es gibt ein wunderbares Gedicht von Manfred Hausmann:

Trost

Ich möchte eine alte Kirche sein,
voll Stille, Dämmerung und Kerzenschein.
Wenn du dann diese trüben Stunden hast,
gehst du zu mir mit deiner Last.
Du senkst den Kopf, die große Tür fällt zu.
Nun sind wir ganz alleine, ich und du.

Ich kühle dein Gesicht mit leisem Hauch,
ich hülle dich in meinem Frieden auch,
ich fange mit der Orgel an zu singen…
nicht weinen, wo die beiden Kerzen sind,
komm, setz dich hin, du liebes Menschenkind!

Ob Glück, ob Unglück, alles trägt sich schwer.
Du bist geborgen hier, was willst du mehr?
In den Gewölben summt´s, die Kerzenflammen
wehn flatternd auseinander, dann zusammen.
Vom Orgelbraus die Engel sehn dir zu
und lullen dich mit Flötenspiel zur Ruh.

Ich möchte eine alte Kirche sein,
voll Stille, Dämmerung und Kerzenschein.
Wenn du dann diese trüben Stunden hast,
gehst du zu mir mit deiner Last.

(Manfred Hausmann)

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